"Ein tiefes Anliegen ist mir die gute und umfassende Versorgung unserer Patienten insbesondere dann, wenn eine definitive Heilung nicht oder nicht mehr möglich
ist. Dieses ist oft am biologischen Ende eines langen Lebens oder bei unheilbaren Krankheiten im Endstadium der Fall."
In solchen Situationen ist es keineswegs so, dass ärztlich "nichts mehr getan werden kann".
Nein, es kann sehr viel für die Betroffenen getan werden. Allerdings ändert sich die Zielrichtung des Handelns. Ganz im Vordergrund der Bemühungen steht nun die Lebensqualität der
Erkrankten.
Da der Begriff Lebensqualität für viele Menschen ganz unterschiedliche Bedeutung besitzt,
müssen dabei die Vorstellungen, der Glaube und die Wünsche der Patienten ganz besonders
berücksichtigt werden.
Diese humane Seite der Medizin ist für mich entscheidend wichtig in einer ethisch zunehmend kalten Zeit, in der die aktive Sterbehilfe als ernsthafte Option erwogen wird. Es bedarf
keiner grossen Phanthasie, sich auszumalen, welche Tore damit geöffnet werden können.
Dies war für mich die Triebfeder, mich intensiv mit dem Studium der Palliativmedizin auseinanderzusetzen.
Die Palliativmedizin ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter
Lebenserwartung. Sie strebt die Besserung körperlicher Krankheitsbeschwerden ebenso wie psychischer, sozialer und spiritueller Probleme an. Das Hauptziel der
palliativmedizinischen Betreuung ist die Verbesserung der Lebensqualität für die Patienten und ihre Angehörigen.
Natürlich kommt dabei einer guten Schmerztherapie entscheidende Bedeutung zu.
Und selbst in völlig ausweglosen Situationen lässt uns der Gesetzgeber mit der erlaubten passiven und indirekten Sterbehilfe genügend Raum, um die Autonomie der Person des Erkrankten
zu bewahren.
Es ist eine großartige Aufgabe, Menschen gerade in schweren Situationen beizustehen und helfen zu dürfen ...
... manchmal heilen!